Eine Tasse Menschlichkeit – Männerarbeit sammelt Kaffee für die Bahnhofsmission

Kreis Altenkirchen. Eine offene Tür, jemand, der zuhört – und eine wärmende Tasse Kaffee. Für viele Menschen, die eine Bahnhofsmission aufsuchen, sind es gerade diese einfachen Dinge, die an einem schwierigen Tag guttun.
Unter dem Motto „Eine Tasse Menschlichkeit“ sammelt die Männerarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen in diesem Herbst erneut Kaffee für die Bahnhofsmission. Dort werden die Vorräte knapp – und gerade mit Blick auf die bevorstehenden Wintermonate wird Unterstützung benötigt.
Die Sammelaktion startet mit den Gottesdiensten zum Erntedankfest am 4. Oktober und läuft vier Wochen lang. Gemeinsam mit den evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis lädt die Männerarbeit dazu ein, Päckchen mit gemahlenem Kaffee abzugeben.
Zum Auftakt wird die Aktion auch im Erntedankgottesdienst in Daaden vorgestellt. Günter Pabst, Leiter der Bahnhofsmission Koblenz, wird dazu gemeinsam mit Thorsten Bienemann, Synodalbeauftragter für Männerarbeit, den Gottesdienst besuchen. Pabst kann dabei aus erster Hand berichten, wer die Bahnhofsmission aufsucht, welche Unterstützung dort geleistet wird und warum auch eine scheinbar alltägliche Sache wie eine Tasse Kaffee für die Gäste eine besondere Bedeutung haben kann.
„Wir haben bei unserer ersten Sammlung vor fünf Jahren erlebt, wie viele Menschen bereit sind mitzumachen, wenn Hilfe so unmittelbar möglich ist“, sagt Bienemann. „Ein Päckchen Kaffee ist für die meisten von uns keine große Sache. Aber für einen Menschen, der in der Bahnhofsmission sitzt und vielleicht gerade niemanden hat, kann die Tasse, die daraus ausgeschenkt wird, sehr viel bedeuten.“
Denn längst nicht jeder, der eine Bahnhofsmission betritt, braucht einen Fahrplan oder Hilfe beim Umsteigen. Manche kommen, weil ihnen das Geld für einen Kaffee fehlt. Andere suchen für eine Weile einen geschützten Ort oder jemanden, der ihnen zuhört. Und manchmal ist es einfach die Einsamkeit, die einen Menschen durch die Tür führt.
Dann kann aus einer Tasse Kaffee mehr werden als nur ein warmes Getränk. Man setzt sich an einen Tisch, kommt zur Ruhe – und vielleicht entsteht ein Gespräch zwischen zwei Menschen, die sich wenige Minuten zuvor noch nicht kannten.
Dieser Gedanke stand bereits hinter der ersten Kaffeesammlung der Männerarbeit. Bienemann hatte damals die Idee, aus einer einfachen Überlegung eine gemeinsame Aktion im Kirchenkreis zu machen. Die Kirchengemeinden machten mit und viele Menschen beteiligten sich – und so soll es auch in diesem Herbst wieder sein.
Dass die Sammlung ausgerechnet an Erntedank beginnt, passt für Bienemann gut zum Gedanken der Aktion: sich bewusst zu machen, was man selbst hat, und davon etwas abzugeben. Das muss nichts Großes sein. Manchmal reicht schon ein Päckchen Kaffee.
Die gespendeten Päckchen können während des Aktionszeitraums in den Gottesdiensten und in den Gemeindebüros der evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis abgegeben werden. Anschließend bringt die Männerarbeit den gesammelten Kaffee zur Bahnhofsmission.
Vielleicht sitzt dann wenig später ein Mensch dort mit einer Tasse dieses Kaffees in den Händen. Vielleicht kommt er mit jemandem ins Gespräch und erlebt für einen Moment etwas, das im Alltag nicht selbstverständlich ist: Aufmerksamkeit, Gemeinschaft und das Gefühl, wertgeschätzt und willkommen zu sein.
„Genau deshalb heißt unsere Aktion ,Eine Tasse Menschlichkeit‘, sagt Bienemann. „Denn manchmal passt erstaunlich viel Menschlichkeit in eine einzige Tasse.“

Text und Foto:
Thorsten Bienemann
Synodalbeauftragter für die Männerarbeit
im Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen
0151-4646 4683