1. Einleitung

1.1. Die Absicht der Gemeindekonzeption

Die Anfertigung einer Gemeindekonzeption ist unserer Kirchengemeinde durch die Kirchenordnung Artikel 7, Abs. 4 vorgegeben.

Wir betrachten eine solche Konzeption als gute Möglichkeit, uns über unseren bisherigen und zukünftigen Weg Rechenschaft ablegen zu können und unsere Gemeinde über Ziele und Maßnahmen weiter zu entwickeln. Aus diesem Grund sehen wir die Konzeption als ständigen Prozess, der uns darin unterstützt, die Umsetzbarkeit der Ziele und der gefundenen Maßnahmen für unsere Kirchengemeinde auf ihre Einhaltung zu überprüfen.

lm Einklang mit den allgemeinen Zielsetzungen in der Gemeindearbeit sind in dieser Konzeption Vereinbarungen für einzelne Bereiche formuliert. Alle 36 Monate soll eine Überprüfung der fortzuschreibenden Ziele stattfinden.

1.2. Grundlage und Selbstverständnis der Gemeindearbeit

Den Rahmen für das kirchliche Leben unserer Kirchengemeinde setzt die Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland, die am 1. Mai 2004 in Kraft getreten ist.

Über die dort genannten grundlegenden Ordnungen unserer Kirche hinaus versteht sich die Evangelische Kirchengemeinde Hamm/Sieg als eine einladende und offene Gemeinde, in deren Zentrum der Gottesdienst steht.

Menschen sollen in unserer Gemeinde respektvoll und gastfreundlich behandelt werden. Die gegenseitige Kommunikation in der Gemeinde dient dazu, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Dabei soll die Kerngemeinde gefestigt und gleichzeitig die Schwelle für Fernstehende abgebaut werden. Bei allem Reden und Handeln soll die Ausbreitung des Evangeliums als Zielsetzung der Gemeinde im Mittelpunkt stehen.

Von besonderer Bedeutung ist für uns daher die Weitergabe des Glaubens an Menschen aller Altersstufen und die Ermutigung zu einem mündigen und selbständigen Glauben. Missionarische Verkündigung mit dem Ruf in die Nachfolge Jesu und diakonisch-soziale Verantwortung gehören für unser Verständnis von christlichem Zeugnis unauflöslich zusammen.

Wir erstreben ein Gemeindeleben, in dem möglichst viele Menschen entsprechend ihrer Begabungen aktiv beteiligt, aber nicht überfordert sind.

1.3. Prozess der Konzeptionserstellung

lm Jahr 2003 fand unter breiter Beteiligung von Mitgliedern und Gruppen der Gemeinde sowie Mitarbeitenden eine Perspektivkonferenz, durchgeführt unter der Moderation von Mitarbeitern des Amtes für Gemeindeentwicklung und Missionarische Dienste, statt. Die Ergebnisse dieser Tagung dienten de facto schon in den zurückliegenden Jahren als Gemeindekonzeption.
Das Leitmotiv für die gemeindliche Arbeit wurde damals unter Aufnahme des biblischen Symbols des Regenbogens (1 Mos 9,12-17) als Zeichen der beständigen Nähe und Treue Gottes festgelegt:

„So bunt wie der Regenbogen ist unsere Gemeinde; lebendig in ihren Farben und Strukturen. Unsere Angebote bieten allen Menschen Gelegenheit zu intensiver Gemeinschaft und die Möglichkeit, Gottes Liebe und Gottes Wort zu erfahren.“

Die hier vorliegende Gemeindekonzeption baut auf den Ergebnissen der seinerzeitigen Perspektivkonferenz auf und schließt darüber hinaus wichtige Elemente der umfangreichen Berichte im Zusammenhang der Visitation der Kirchengemeinde Hamm/Sieg durch den Kreissynodalvorstand im Jahr 2006 ein.

Im Jahre 2013 wurde sie überprüft und den neuen Gegebenheiten angepasst.

  1. Die Verhältnisse der Kirchengemeinde, ihre Aufgaben und Angebote
  2. 0 Die Kirchengemeinde im Kirchenkreis

Die Kirchengemeinde Hamm/Sieg ist eine von 16 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Altenkirchen der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit vielen Jahren gibt es eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den Einrichtungen des Kirchenkreises. Teilbereiche ursprünglich kirchengemeindlicher Arbeit, wie z.B. Verwaltungsaufgaben vor allem im Rechnungswesen, diakonische und beratende Aufgaben, wurden an kirchenkreiseigene Einrichtungen delegiert und werden von diesen wahrgenommen. Mit den Kirchengemeinden Almersbach, Altenkirchen und Hilgenroth hat sich die Kirchengemeinde Hamm zu einer Region zusammengeschlossen. Hier gilt es, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Darüber hinaus wird eine regionale Zusammenarbeit in verschiedenen Aufgabengebieten kirchengemeindlicher Arbeit mit anderen Kirchengemeinden, wie es zur Zeit schon in der Kirchlichen Sozialstation Hamm/Wissen und in der Ev. Altenhilfe gGmbh geschieht, angestrebt.

2.1. Die Kirchengemeinde als Institution

Die Kirchengemeinde Hamm/Sieg ist derzeit in zwei Pfarrbezirke eingeteilt. In jedem Bezirk leitet der Pfarrer seinen Dienst und die damit verbundenen Tätigkeiten selbständig und eigenverantwortlich. Die Leitung der Gesamt- Kirchengemeinde hat das Presbyterium. Die Tätigkeit des Vorsitzenden, des stellvertretenden Vorsitzenden sowie des Kirchmeisters ergeben sich aus der Kirchenordnung. Deshalb bedarf dies keiner Erläuterung.

Die Gemeinde ist in zwei Pfarrbezirke aufgeteilt. Bezirk I  umfasst die Kommunalgemeinden Hamm, Etzbach, Bitzen, Forst (jeweils mitsamt ihren Ortsteilen)und den Orstteil Oettershagen; Bezirk ll  die Kommunalgemeinden Bruchertseifen, Breitscheidt, Seelbach, Pracht und Birkenbeul, Roth (ohne Oettershagen) und Fürthen (jeweils mitsamt ihren Ortsteilen)

2.1.1. Eine kurze Geschichte der Kirchengemeinde

1131 wird die der St. Katharina geweihte Kirche in Hamm/Sieg erstmals urkundlich erwähnt; sie feierte im Jahr 2006 ihr 875jähriges Bestehen.
1561 wurde zunächst die lutherische, dann 1605 die reformierte Weise der Reformation eingeführt. Nach einem katholischen Zwischenspiel im Dreißigjährigen Krieg wurde Hamm 1649 erneut reformiert. 1650 richtete Gräfin Juliane von Sayn auch wieder eine lutherische Pfarrstelle ein. 1817 schon wurde die Union beider Konfessionen in Hamm eingeführt. Die Siegerländer Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hat in Hamm nicht Fuß gefasst.

Hamm/Sieg ist Geburtsort von Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888), der in der Evgl. Kirche Hamm getauft und konfirmiert wurde. Die Gemeindestrukturen sind volkskirchlich geprägt.

2.1.2. Zusammensetzung der Kirchengemeinde

Die Evangelische Kirchengemeinde Hamm/Sieg besteht heute aus dem Hauptort Hamm und 35 Dörfern und Weilern mit insgesamt ca. 4500 Gemeindegliedern.

Neben der Evangelischen Kirche sind insbesondere das Dietrich-Bonhoeffer-Haus als modernes Gemeindezentrum und das St.-Andreas-Haus in Bitzen als kirchlich-kommunale Versammlungsstätte zu erwähnen. lm Dietrich-Bonhoeffer-Haus ist das Jugendzentrum und die „Evangelisch Öffentliche Bücherei“ integriert. Der Evangelische Kindergarten befindet sich in einem eigenen Gebäude.

2.1.3. Die Kirchengemeinde im öffentlichen Raum

Die Kirchengemeinde nimmt aktiv und verantwortlich am Leben des Gemeinwesens teil. Sie arbeitet mit der Verbandsgemeinde, den Ortsgemeinden, den Vereinen und Behörden eng zusammen. Dies ist Teil ihres Auftrags, mit dem sie „der Stadt Bestes sucht“ (Jer. 29,7). Sie beteiligt sich an öffentlichen Aufgaben, etwa in der Kinder- und Jugendarbeit (Kindergarten, Jugendzentrum) und durch die Bücherei. Sie versteht sich als kultureller und sozial-diakonischer Akteur in vielfältiger Hinsicht.

2.1.4. Öffentlichkeitsarbeit der Kirchengemeinde

Alles Tun und Sprechen der in der Kirchengemeinde Mitarbeitenden, ob im Gottesdienst, in den seelsorgerlichen, den diakonischen Diensten oder in anderen Arbeitsbereichen, hat mehr oder weniger öffentlichen Charakter und ist darum Öffentlichkeitsarbeit, muss sich an der biblischen Botschaft ausrichten und als reformatorische Gestaltungskraft in die Gesellschaft strahlen. Darüber hinaus wächst der medialen PR-Arbeit aber vermehrt größere Bedeutung zu. Auch hier ist die Gemeinde schon auf einem guten Weg.

Die Öffentlichkeitsarbeit unserer Kirchengemeinde ist gekennzeichnet durch den alle drei Monate herausgegebenen Gemeindebrief, der stets einen Umfang von 20 Seiten hat. Er ist informativ gestaltet und wird in der Kirche, im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, verschiedenen Geschäften, Apotheken und Arztpraxen für jeden ausgelegt. Er wird teilweise durch Spenden refinanziert.

Ferner ist auf die Artikel in der Rhein-Zeitung und im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde zu verweisen. Hier wird regelmäßig über Vorträge im Bonhoeffer-Haus berichtet; ebenso über die Veranstaltungen der Frauenhilfegruppen sowie insbesondere über ökumenische Veranstaltungen.

Besonders sind die jährlichen Neujahrsempfänge im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu erwähnen, über die ausführlich in der Rhein-Zeitung und im Hammer Mitteilungsblatt berichtet wird.

Seit 2006 verfügt die Evangelische Kirchengemeinde Hamm/Sieg über einen eigenen lnternetauftritt (www.evangelisch-in-hamm.de).

2.1.5. Personalsituation der Kirchengemeinde

Die Evangelische Kirchengemeinde Hamm/Sieg leistet ihre Arbeit durch eine Vielzahl haupt-, neben- und ehrenamtlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Derzeit tun zwei Pfarrer ihren Dienst. Zu den hauptamtlich Mitarbeitenden zählen ferner der Küster, die Verwaltungsleiterin des Gemeindeamtes, die Leiterin der Bücherei, derzeit zwölf Erzieherinnen und gegenwärtig drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen im Jugendzentrum sowie der Kantor.

lm Nebenamt beschäftigt sind vier Raumpflegerinnen. Dazu kommen zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, besonders in den Frauenhilfegruppen, der Bücherei sowie in der Kinder- und Jugendarbeit (Kindergottesdienst, Kindergruppen, Jugendzentrum).

Die allgemeinen Spar- und Umstrukturierungsmaßnahmen im kirchlichen Raum lassen auch die Kirchengemeinde Hamm/Sieg nicht unberührt. Trotzdem soll versucht werden, den breiten Stamm der Mitarbeitenden zu halten und auch die damit verbundenen Tätigkeitsfelder weiter zu bearbeiten.

 

2.1.6. Leitungsstruktur

Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Hamm besteht aus zehn gewählten Ortspresbytern und -presbyterinnen, den zwei gewählten Mitarbeiterpresbyterinnen und den zwei Gemeindepfarrern.
Außerdem bestehen folgende Ausschüsse:

– Theologie und Gottesdienst (Vorsitzender ist der jeweilige Vorsitzende des

Presbyteriums, 6 Mitglieder)

– Diakonie (Vorsitzender: Pfarrer, vier Mitglieder)

– Finanzverwaltung (Vorsitzender: Finanzkirchmeisterin, sechs Mitglieder)

– Jugendausschuss (10 Mitglieder)

– Kindergartenausschuss (Vorsitzender: Pfarrer, fünf Mitglieder)

– Bauausschuss (Vorsitzender: Baukirchmeister, acht Mitglieder).

2.1.7. Ziele und Maßnahmen

Die Gemeinde will ihren Platz im öffentlichen Leben der Verbandsgemeinde Hamm weiterhin aktiv wahrnehmen. Dazu werden folgende Maßnahmen vereinbart: Regelmäßige und besondere Veranstaltungen werden den lokalen Zeitungen durch das Gemeindebüro bekannt gemacht. Ferner werden sie auf der Homepage der Kirchengemeinde (www.evangelisch-in-hamm.de) publiziert.

Die Gemeinde strebt trotz prognostizierter Steuerausfälle für die kommenden Jahre einen ausgeglichenen Haushalt an. ln Anlehnung an diese Konzeption und in Rücksprache mit betroffenen Gemeindegruppen wird nach Wegen zur

Erschließung weiterer Einnahmequellen und Möglichkeiten zur Kosten-reduzierung gesucht werden. Das Presbyterium will sich bei seiner Arbeit fragen, ob seine Handlungen der Gemeinde und der Ausbreitung des Evangeliums dienen. Es wird eine Konzentration auf das Wesentliche angestrebt. Der Umgang soll von Respekt und Verständnis geprägt sein, so wie es auf der Gemeindekonferenz festgehalten wurde.

2.2. Die Dienste der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm/Sieg

Die Evangelische Kirchengemeinde Hamm/Sieg zeichnet sich durch eine breite Palette von Angeboten aus.

 

2.2.1. Gottesdienste, Kasualien und seelsorgliche Angebote

2.2.1.1. Gottesdienste

Die Anzahl der jährlich gefeierten Gottesdienste liegt bei etwa 100 im Durchschnitt der letzten Jahre. Die Gottesdienstbesucherzahlen an den Zählsonntagen in der Summe bei etwa 75, die Abendmahlsgottesdienste bei etwa 18 bei insgesamt etwa 680 Teilnehmenden im Durchschnitt der letzten Jahre. Es gibt in der Gemeinde drei feste Gottesdienststellen (Kirche Hamm, St. Andreas Haus Bitzen, Altenheim Hamm), an denen regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden.

Die Kantorei und das chÖrchen unserer Gemeinde sowie die Chöre aus den einzelnen Ortschaften wirken regelmäßig in den Gottesdiensten mit.

Die Arbeit im Kindergottesdienst ist ein wesentlicher Teil einer einladenden und aufbauenden Gemeinde. Sie finden im Bonhoeffer-Haus am jeweils ersten Sonntag des Monats parallel zum Gottesdienst in der Kirche statt. Der Gottesdienst wird von einem Pfarrer gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen geleitet. Ergänzend zu den Kindergottesdiensten finden etwa jährlich drei Familiengottesdienste statt. Die Kindergottesdienste werden im Durchschnitt der letzten Jahre von etwa 6 Kindern und bis zu 3 Elternteilen besucht. Die Mitwirkung des Pfarrers im Kindergottesdienst wird als wichtig angesehen. Die Kinder erfahren so, dass auch für sie ein Pfarrer zur Verfügung steht, der mit ihnen Gottesdienst feiert.

Die Familiengottesdienste – auch sie werden z.T. ökumenisch gefeiert – erfreuen sich ebenfalls eines großen Zuspruchs.

Die Evangelische Kirchengemeinde Hamm/Sieg bietet Schulgottesdienste an mehreren Schulen bzw. Schulformen an. Alle Schulgottesdienste werden als ökumenische Schulgottesdienste gefeiert. Sie finden in den Grundschulen Hamm und Etzbach und Hamm sowie der IGS jeweils zu Ostern und Weihnachten statt. Zudem werden in Etzbach und Hamm Einschulungsgottesdienste sowie Entlassgottesdienste gefeiert.

Der Kindergartengottesdienst ist eine feste Einrichtung. Er findet mindestens einmal im Jahr statt und wird vom zuständigen Pfarrer zusammen mit den Erzieherinnen vorbereitet.

lm jährlichen Wechsel findet ein Gottesdienst im Freien in Hohensayn und die Waldkirche in Bitzen/Forst statt.

2.2.1.2. Kasualien und Seelsorge

lm Blick auf Kasualien ergibt sich folgendes Bild: lm Durchschnitt liegen die Taufen der letzten Jahre bei etwa 29. Sie finden im Sonntagsgottesdienst statt.

Die Konfirmandenzahlen liegen im Durchschnitt der letzten Jahre bei etwa 30, Trauungen bei etwa sechs, Beerdigungen bei etwa 72. Es gibt im Bereich der Kirchengemeinde neun Friedhöfe, auf denen Beerdigungen stattfinden.

Aus dem umfangreichen Themenspektrum der Seelsorge sind folgende Konstanten besonders zu betonen: Außer zu Geburtstagen besuchen die Pfarrer die Gemeindemitglieder bei Krankheit, in Krankenhäusern und Altenheimen (vor allem in Hamm) und bei besonderen seelsorglichen Situationen. ln seelsorglichen Gesprächen werden auch die Amtshandlungen vorbereitet.

2.2.1.3. Ziele und Maßnahmen

Von der Einsicht ausgehend, dass der Gottesdienst die Mitte des gemeindlichen Lebens darstellt, soll mit verschiedenen Gottesdienstformen (z.B. Liedgottesdienste, Literaturgottesdienste, Taufgottesdienste, Themengottesdienste) und unterschiedlichen Adressatengruppen (z.B. Kindergartengottesdienste, Jugendgottesdienste, Familiengottesdienste, Kindergottesdienst) versucht werden, die Attraktivität des Gottesdienstes zu steigern.

2.2.2. Ökumene

2.2.2.1. lnterkonfessionelle Ökumene

Mindestens drei ökumenische Gottesdienste werden in wechselnden Kirchen gefeiert. Schulgottesdienste, Gemeindefeste und Kinder- und Jugendfeste, der Weltgebetstag der Frauen werden ebenfalls gemeinsam geplant und gefeiert.
Zu einem gemeinsamen Neujahrsempfang laden die beiden Kirchengemeinden und die Verbandsgemeinde ein.
Die Ökumene in Hamm zeichnet sich durch ein freundschaftlich persönliches

Verhältnis der jeweiligen Pfarrer und zwischen den Gemeindemitgliedern aus.

Seit wenigen Jahren findet auch ein gegenseitiger Besuch der jeweiligen Frauengruppen statt (Frauenhilfen, KFD). Gemeinsame Aktivitäten, wie etwa die besonderen Gottesdienste zum Heiligen Abend, haben unserer Gemeinde eine weit über den Ort hinaus strahlende Ausprägung gegeben.

Kaum Kontakte ergaben sich in der Vergangenheit trotz der erwiesenen gastfreundlichen Aufnahme zur Mennoniten-Brüdergemeinde und deren Abspaltungen. ln dem Bewusstsein, dass Ökumene keine einseitige Angelegenheit sein kann, soll der Kontakt zu den Mennoniten immer wieder gesucht werden.

2.2.2.2. lnnerdeutsche Ökumene

ln den zurückliegenden Jahren fanden in der innerdeutschen Ökumene ein Besuch und ein Gegenbesuch von Gemeindegruppen aus Menz, Kirchenkreis Templin-Gransee, statt. Auch unter den veränderten Bedingungen der deutschen Wiedervereinigung, die dem Kontakt viel von seinem „besonderen Charakter“ genommen hat, sollten die Beziehungen nicht abreißen. Manches, was die Kirchengemeinden im Osten an Veränderungen erlebt haben und erleben, steht uns noch bevor. Hier können wir auch Lerngemeinschaft sein.

2.2.2.3. lnterreligiöser Dialog

Die Existenz eines Türkisch-lslamischen Kulturvereins mitsamt einer Moschee im Bereich unserer Kirchengemeinde lädt ein, die Möglichkeiten des interreligiösen Dialogs aufzunehmen. ln der Vergangenheit ist es durch eine Vielzahl von Kontakten zu einem besseren Kennenlernen gekommen. Die EKD-Denkschrift „Gastfreundschaft und gute Nachbarschaft“ gibt hierzu gute Anregungen. ln der Achtung der Gestalt Jesu von Nazareth vereint, im Glauben an den Christus Gottes getrennt, wollen wir die religiösen Grenzen weder einebnen noch vertiefen, sondern Gemeinsamkeiten „in der Tat“ (Gen 25,9) sehen und Unterschiede im Glauben respektieren.

2.2.2.4. Ziele und Maßnahmen

Die gelebte Ökumene ist ein besonderes Kennzeichen der Gemeinde. Hieran soll weiter gearbeitet werden. Es sollte wieder ein Ökumenischer Gesprächskreis Arbeitskreis eingerichtet werden. lm Übrigen geht es darum, die Ökumene vor Ort durch eine Vielzahl von gemeinsamen Aktivitäten weiter zu stärken.
Die Kontakte nach Stechlin-Menz sollten wieder intensiviert werden.

2.2.3. Gemeindepädagogische Angebote

Aus der allen Getauften zugesprochenen Liebe Gottes erwächst die Aufgabe zu einem Gott wohlgefälligen und verantwortlichen Leben. Wenn Eltern, Patinnen und Paten ihre Kinder zur Taufe in den Gottesdienst bringen, wird die Gemeinde als Zeuge der Taufe immer wieder an das Treueversprechen Gottes erinnert.

 

2.2.3.1. Kindergartenarbeit

Ein Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit der Kirchengemeinde liegt beim Kindergarten. Für den Evangelischen Kindergarten ist 2017 eine ausführliche Konzeption unter Mitarbeit der Kindergartenfachberaterin entwickelt worden.

Der Kindergarten ist vollständig belegt. Es existiert eine Warteliste. Die Kindergartenarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm/Sieg zeichnet sich durch ihr klares konzeptionelles Profil aus. Es umfasst die Schwerpunkte Schöpfungswahrnehmung („Gottes Schöpfung und wir mittendrin“) und Integration durch besondere Sprachförderung („Jeder ist uns wichtig, jeder gehört dazu, auch ich und du“).

2.2.3.2. Konfirmanden- und Konfirmandinnenarbeit

Es gibt in den letzten Jahren im Durchschnitt etwa 30 Katechumenen und Katechumeninnen und ebenso viele Konfirmanden und Konfirmandinnen. Der Unterricht wird von den Pfarrern gehalten, in allen Bezirken zur engeren Verknüpfung von Kirchlichem Unterricht und Jugendarbeit gemäß den Überlegungen der Gemeindekonferenz in Zusammenarbeit mit einer Mitarbeiterin aus dem Jugendzentrum. Der Unterricht in jeweils zwei Jahrgängen findet sowohl in Katechumenentagen bzw. Konfirmandentagen wie auch im wöchentlichen Rhythmus statt. Das Jugendzentrum bietet den Katechumenen und den Konfirmanden begleitend zum kirchlichen Unterricht Programmpunkte an. Im zweijährigen Rhythmus wird eine Konfirmandenfreizeit zur Wartburg angeboten.

2.2.3.3. Juden und Christen

Am 9. November lädt die kommunale Gemeinde in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde und der evangelischen Gemeinde zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Platz der ehemaligen Synagoge ein.

2.2.3.4. Gemeindebücherei
Die Evangelische Öffentliche Bücherei besteht seit 1963 und ist ein lebendiger Bereich der Gemeindearbeit. Mit ihren Angeboten an Medien und Veranstaltungen trägt sie zum Gemeindeaufbau und zur Bildungsarbeit der Gemeinde bei. Das breitgefächerte Angebot der EÖB Hamm fördert unsere wichtigste Kulturtechnik – das Lesen. Die EÖB Hamm begleitet die Gemeindearbeit mit literarischen Angeboten und arbeitet mit Einrichtungen und Kreisen der Gemeinde zusammen (Kindergarten, Jugendzentrum, Altenheim).

Darüber hinaus wirkt sie auch in die allgemeine Öffentlichkeit und pflegt eine gute Zusammenarbeit mit Einrichtungen des Ortes und der Umgebung (kommunale Kindergärten, Grundschulen, weiterführende Schulen).

Neben der Vermittlung von aktuellen Medien liegt ein Schwerpunkt der Büchereiarbeit auf der Veranstaltungsarbeit. In diesem Rahmen werden regelmäßig lesefördernde Projekte umgesetzt – insbesondere für Leseanfänger (Vorleseclub; Lesesommer u.a.) und für junge Familien mit Kleinkindern („Willkommen in Gottes Welt“). Seit 2012 gibt es die monatlichen Treffen der Bücher-Wichte, der Bilderbuchstunde für Kinder im Alter von 0-3 Jahren. Seit 2008 beteiligt sich die Bücherei am „Lesesommer-Rheinland-Pfalz“, einem Projekt zur Leseförderung von Kindern zwischen 6 und 16 Jahren, das vom Land gefördert wird.

Autorenlesungen sowie saisonale Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden gerne angenommen.

Im Jahre 2013 beging die EÖB Hamm ihr 50jähriges Bestehen. Dieses Ereignis wurde mit besonderen Angeboten gewürdigt.

Die Veranstaltungsarbeit wird wesentlich von Sponsoren und Spenden unterstützt.

Beauftragt mit der Leitung der Bücherei ist eine ausgebildete Büchereiassistentin i.K., die von einem Team von aktuell sieben ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter unterstützt wird. Die fachliche Begleitung erfolgt durch die Landeskirchliche Bücherei-Fachstelle der EKiR. Regelmäßig werden Aus- und Fortbildungsangebote der Bücherei-Fachstelle, des Medienverbandes Düsseldorf und des Deutschen Verbandes „eliport“ wahrgenommen.

Die Arbeit der Evangelischen Öffentlichen Bücherei versteht sich als ein offenes, niedrigschwelliges Angebot, das generationsübergreifend Menschen aller Altersstufen erreicht. Eine zeitgemäße Erschließung und Vernetzung des Medienangebotes der EÖB Hamm für die Öffentlichkeit ist der seit 2014 zur Verfügung stehende „eOPAC“: Das ist die moderne Möglichkeit für Leserinnern und Leser, die Angebote der Bücherei von Zuhause aus nutzen zu können. Der Medienbestand der EÖB befindet sich tagesaktuell im Internet und kann von jedem über Homepage und Medienkatalog eingesehen werden. Darüber hinaus können sich Benutzerinnen und Benutzer mit ihrer Lesernummer unkompliziert anmelden und eigenständig auf ihr Leserkonto zugtreifen.

2.2.3.5. Taizé-Andachten

Mit den Taizé-Andachten gibt es eine weitere Gruppe, die auf ökumenischer Ebene angesiedelt ist. Die Taizé-Andachten finden einmal im Monat, je abwechselnd in der evangelischen und katholischen Kirche statt.

2.2.3.6. Projekt „Offene Kirche“

Das Projekt „Offene Kirche“ entstand im Anschluss und auf Anregung der Konferenz zur Perspektiventwicklung. Die Gruppe „Offene Kirche“ hat es sich zum Anliegen gemacht, es Gemeindegliedern und anderen lnteressierten zu ermöglichen, die Evangelische Kirche in Hamm/Sieg auch außerhalb der Gottesdienste zu besuchen. So soll die Gelegenheit zu innerer Einkehr, zur Zwiesprache mit Gott und zur Bibellektüre gegeben werden. Die Gruppe „Offene Kirche“ lebt von innen heraus und erneuert sich durch regelmäßige Treffen immer wieder selbst. Es ist ein großer Vorteil für die Gruppe, dass der Küster für alle Belange stets ansprechbar ist.

2.2.3.7. Erwachsenenbildung

Die Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm/Sieg zeichnet sich durch thematische Schwerpunkte aus. Aktuelle und grundsätzliche Themen werden in abendlichen Vorträgen dargestellt und diskutiert. Ein besonderer Höhepunkt war dabei in den letzten Jahren die Veranstaltungsreihe aus Anlass des 450-jährigen Reformationsjubiläums in unserer Gemeinde.

Ebenfalls einen wichtigen Stellenwert nimmt die Erwachsenenbildung in der Frauenhilfearbeit ein (s. Frauenhilfegruppen). Dies reicht von praktischen Aspekten (Vorträgen des ortsansässigen Apothekers oder Bäckers) über allgemeine Themen bis hin zu Glaubensthemen (z.B. Evangelisch-Katholisch, Kirchenjahr, Frauen als Glaubenszeugen, soziale Einrichtungen, etc.).

2.2.3.8. Ziele und Maßnahmen

Angesichts der beschriebenen Situation soll die Konzeption des evangelischen Kindergartens fortlaufend überprüft und auf die aktuelle Situation bezogen werden. Das Kindergartenteam nimmt die Beratungsdienste von Frau Alberti
auch weiterhin gerne in Anspruch.

Der KU soll die Konfirmandinnen und Konfirmanden neugierig auf die Gemeinde und den Glauben machen. Durch persönliche Gestaltung und das persönliche Vorbild sollen sie sehen, wie ein junger Mensch Christ sein kann. Unterricht in Form von Blocktagen wird von den Konfirmandinnen und Konfirmanden sehr geschätzt. Besonders das gemeinsame Essen und Singen wird als Bereicherung erlebt. Diese und andere neue Unterrichtsformen sollen weiter ausgebaut werden.

Die Bücherei möchte mit ihren Angeboten den eingeschlagenen Weg nicht nur weitergehen, sondern auch weiterentwickeln. Geplant und konkret umgesetzt wird neben der Fortbildung der hauptamtlichen Leiterin auch die Qualifizierung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Nach dem Aufbau einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Bildungseinrichtungen des Ortes und der Umgebung (Kindergärten, Schulen), soll der Kontakt zu Familien mit Kindern intensiviert und das Angebot ausgebaut werden. Neben einem gezielt aufgebauten Medienangebot sollen Veranstaltungen angeboten werden, die Eltern in ihrer (Vor-)Lesekompetenz fördern und sie in ihrer Vorbildrolle stärken.

Zudem wird auf den Ausbau der konzeptionellen Öffentlichkeitsarbeit großer Wert gelegt. Für die Umsetzung der geplanten Schritte und für die Fortsetzung ihrer bisherigen sehr erfolgreichen Arbeit benötigt die Bücherei auch weiterhin die ungekürzte Ausstattung mit finanziellen Mitteln in Form eines regelmäßigen jährlichen Etats.

Die Gruppe „Offene Kirche“ möchte vermehrt in das Kirchengeschehen einbezogen werden. Erste Ansätze hierzu wurden bereits realisiert. So nahmen Mitglieder der „Offenen Kirche“ eine Kirchenführung für Konfirmanden und Konfirmandinnen vor bzw. berichteten über ihre Arbeit im Kirchlichen Unterricht.

Neben einem festen Teilnehmerstamm sollen in der Erwachsenenbildung auch andere, die nur zu einem ganz bestimmten Thema kommen, angesprochen werden. Die Themenwahl ist somit stets auch unter dem Gesichtspunkt der Attraktivität zu erwägen.

Die Bibel ist Grunddokument und Grundlage evangelischen Glaubens. Durch Aktionen, Veranstaltungen, evtl. Gesprächskreise, Bildungsangebote (Erwachsenenbildung) und Vorträge, soll der „ungelesene Bestseller“ wieder verstärkt in der Glaubenspraxis der Gemeinde vorkommen.

2.2.4. Diakonische Angebote

2.2.4.1. Evangelisches Altenzentrum Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen in Hamm

Als zweite Betriebsstelle hat die Evangelische Altenhilfe gGmbH in Hamm/Sieg im Dezember 1997 das Altenpflegeheim eröffnet. Die Evangelische Kirchengemeinde Hamm ist als Gesellschafter in der gemeinnützigen GmbH Evangelische Altenhilfe des Kirchenkreises Altenkirchen Mitträger des Evangelischen Altenzentrums Friedrich-Wilhelm Raiffeisen in Hamm. Mit dem Heim wollen die Ev. Kirchengemeinden den älteren Menschen eine ortsnahe Versorgungseinrichtung schaffen, die ihnen den Schutz und die Geborgenheit bietet, die sie sich für ihren Lebensabend wünschen. Als Einrichtung der Diakonie ist das Heim Wesens- und Lebensäußerung der evangelischen Kirche und erfüllt damit das Gebot christlicher Nächstenliebe. Das Heim gliedert sich derzeit in fünf Wohnbereiche mit überwiegend Einzelapartments. Auch für Kurzzeitpflege stehen Plätze zur Verfügung. Die  Pflege und Betreuung erfolgt durch fachlich qualifiziertes Personal. Das Leben und die Aktivitäten im Hause werden von den Bewohnern mitgestaltet und mitbestimmt durch den von den Bewohnern aus ihrer Mitte gewählten Heimbeirat. Gymnastik, Spielnachmittage, Dia-, Filmvorträge, Konzerte und hauseigene Feste gehören zum Programm des Hauses. Die Seelsorgerlichen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner stehen im Mittelpunkt von Andachten, Gesprächen und Gottesdiensten im Andachts- und Meditationsraum. Die Ev. Altenhilfe ist gemeinnützig und strebt keine Gewinnerzielung an. Sie muss jedoch für ihre Leistungen ein leistungs-gerechtes Entgelt berechnen, welches die Selbstkosten abdeckt und der Einrichtung bei wirtschaftlicher Betriebsführung ermöglicht, den Versorgungs-auftrag zu erfüllen. Die Entgelte richten sich grundsätzlich nach den Regelungen, die zwischen den Heimträgerverbänden und den öffentlichen Leistungskosten-trägern vereinbart sind.

Der gute Ruf dieses Heimes, die Verankerung im Bewusstsein der Bevölkerung, aber auch die jeden Mittwoch stattfindenden Gottesdienste sind Gewähr für den hohen Auslastungsgrad.

Inzwischen wird neben dem Altenheim privatwirtschaftlich auch ein Betreutes Wohnen angeboten. Sowohl im Altenheim wie auch beim Betreuten Wohnen sind derzeit Erweiterungsbauten – insbesondere für Demenzkranke – im Gange.

2.2.4.2.  Interkulturelle Textilwerkstatt
In der Interkulturellen Textilwerkstatt treffen sich Frauen verschiedener Nationalität, Herkunft und Religion und arbeiten gemeinsam. Die Werkstatt ist ein ausgezeichneter Ort, gemeinsam ins Gespräch zu kommen, gegenseitige Wertschätzung zu erfahren und auch insbesondere das eigene Selbstwertgefühl in zunächst fremder Umgebung zu erhöhen.

2.2.4.3. Freundeskreis der Suchtkrankenhilfe

Die Kirchengemeinde unterstützt seit vielen Jahren die Arbeit des Freundeskreises der Suchtkrankenhilfe (früher: Anonyme Alkoholiker), der sich wöchentlich im Gemeindehaus trifft. Ein vom Presbyterium beschlossenes generelles Rauchverbot für das Dietrich-Bonhoeffer-Haus stieß bei dem Freundeskreis der Suchtkrankenhilfe vor Ort auf großes Verständnis.

2.2.4.4. Kleiderstube

Frau Ruth Schäfer leitet seit vielen Jahren mit großem Erfolg die Kleiderstube. Bedürftige Menschen finden hier Textilartikel und Haushaltsgegenstände, die zuvor zu diesem Zweck gespendet worden sind. Bedürftige aus den Nachbarregionen besuchen die Kleiderstube.

2.2.4.5. Ziele und Maßnahmen

Die verschiedenen Formen diakonischer Arbeit sollen beibehalten werden. Die bisher gute Zusammenarbeit mit Altenheim und Förderverein soll weitergehen.

2.2.5. Zielgruppenorientierte Angebote

2.2.5.1. Jugendarbeit/Jugendzentrum

Angebote der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm/Sieg für Kinder und Jugendliche finden sich besonders im Jugendzentrum, das sehr gut besucht wird.

Die durchschnittliche Besucherzahl lag an den offenen Tagen (Montag, Mittwoch, Freitag) zwischen 40 und 50 Besuchern und Besucherinnen. Die Jugendarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm/Sieg zeichnet sich durch ein niedrigschwelliges Angebot aus. Die Besucher und Besucherinnen setzen sich etwa zu 40% aus Jugendlichen mit Migrationshintergrund und 60% Einheimischen zusammen. Es gibt bei dieser Zusammensetzung keine Probleme durch körperliche Gewalt oder Drogen. Die Integration gelingt.

Das Jugendzentrum verfügt über eine eigene Konzeption. Sowohl die kontinuierlichen und verlässlichen Öffnungszeiten – auch in den Ferien – als auch und vor allem die starke persönliche Zuwendung zu den Problemen der Jugendlichen tragen erheblich zur großen Akzeptanz der Einrichtung Jugendzentrum bei. Die Arbeit findet in Vernetzung mit einem Jugendberufshelfer und der Schulsozialarbeit statt. Ein Schwerpunkt der Arbeit im Jugendzentrum ist die Kinder- und Mädchenarbeit. Darüber hinaus soll die ehrenamtliche Arbeit vor allem im schulbegleitenden Bereich gefördert werden. Mittlerweile finden in jeder Ferienzeit Betreuungsangebote statt.

2.2.5.2. Frauenhilfegruppen

Die Frauenhilfegruppen haben nachweislich seit über achtzig Jahren ihren Platz in der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm/Sieg.

Es gibt in den zwei Pfarrbezirken folgende Gruppen:

lm Bezirk I gibt es eine Frauenhilfegruppe. Der Bezirk Hamm II hat insgesamt zwei Frauenhilfegruppen. So gibt es eine Gruppe in Bruchertseifen, sowie eine Gruppe in Pracht. Alle Gruppen der Kirchengemeinde treffen sich am 2. Mittwoch, im Gemeindehaus in Hamm im Wechsel mit den beiden Pfarrern. Am 4. Mittwoch im Monat kommen die Frauen jeweils in ihren Gruppen vor Ort (Bruchertseifen, Hamm, Pracht) zusammen. Die Gruppen sind fester Bestandteil bei der Durchführung von Gemeindefesten und der Gestaltung des Gottesdienstes zum 1. Advent. Zusammen mit den katholischen Frauen wird die aktive Ökumene gefördert, insbesondere bei dem gemeinsamen Gottesdienst zum Weitgebetstag.

2.2.5.3. Seniorenarbeit

Die Seniorenarbeit wird in unserer Gemeinde insbesondere durch die Frauenhilfearbeit gut gesichert. Offen bleibt jedoch die Frage nach den Männern unter den Senioren. Hier hat sich mit der katholischen Neugründung „55+“ eine sehr gute Möglichkeit, Männer-Seniorenarbeit ökumenisch zu organisieren, ergeben.

2.2.5.4. Musikalische Angebote/Kirchenmusik

Zu, den kirchenmusikalischen Angeboten zählen:

Kammermusikkreis, Kantorei, Ökumenischer Familienchor -chÖrchen, Orgelspiel, Besuch von Frauenhilfegruppen, Orgelspiel bei Beerdigungen auf den neun Friedhöfen. Der Kantor nimmt regelmäßig Fortbildungsangebote innerhalb und außerhalb unserer Landeskirche wahr. Er unterstützt durch eigene Orgelworkshops (zwei pro Jahr) die Arbeit der nebenamtlichen Organisten im Kirchenkreis.

2.2.5.5. Ziele und Maßnahmen

Angestrebt wird die Kommunikation der Angebote für Jugendliche innerhalb der Gesamtgemeinde. Kinder- und Jugendarbeit soll vermehrt in das Gemeindeleben integriert werden, etwa durch Jugendgottesdienste. Die gemeindepädagogischen Dienste, die diakonischen Angebote und besonders die evangelische öffentliche Bücherei bieten gute Voraussetzungen, um junge Frauen und Eltern mit Kleinkindern auf das lebendige und vielfältige Leben in der Gemeinde hinzuweisen. Die Generation der 30 – 60 Jährigen kommt im Gemeindeleben zu wenig vor. Hier sollen neue Angebote entwickelt werden. Bewährt hat sich der Zugang zu dieser Altersgruppe über die Kindergarteneltern- und Konfirmandenelternarbeit. Eine ökumenische Verbindung zur katholischen Gruppe „55 +“ wird angestrebt. Wegen der Überalterung der Frauenhilfegruppen müssen Wege gefunden werden, um jüngere Frauen für die Frauenhilfearbeit zu begeistern oder neue Formen der Frauenhilfsarbeit zu finden.  Sowohl die Teilnehmerinnen der Frauenhilfegruppen als auch die zuständigen Pfarrer sprechen weitere Frauen gezielt an und informieren etwa innerhalb der gottesdienstlichen Abkündigungen über aktuelle Vorträge, Ausflüge etc. Über die Ergänzung der Frauenhilfearbeit durch „Seniorenclubs“ für Frauen und Männer sollte nachgedacht werden.

Die bisherigen Angebote der Kirchenmusik sollen weitergeführt werden. Hierzu zählt: Suchen, Erarbeiten und Aufführen von kirchenmusikalischer Literatur, die für die entsprechenden Gruppen interessant, herausfordernd und auch realisierbar ist. Bei ökumenischen Gemeindefesten wird der Kantor das Projekt „Gemeinsam singen“ leiten. Singfreudige Mitglieder beider Kirchengemeinden (nicht nur die Chöre) werden „Neue Geistliche Lieder“ proben und diese dann in den Gottesdienst einbringen. Die Ausbildung von „eigenem“ Organistennachwuchs ist dringend anzustreben.

  1. Regelung zur Überprüfung

Der fortlaufende Prozess, den die vorliegende Gemeindekonzeption initiiert, bedarf der regelmäßigen Weiterentwicklung und Überprüfung, damit den in der Einleitung formulierten Grundsätzen entsprochen und die gesetzten Ziele erreicht werden können. Deshalb trägt das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm dafür Sorge, dass die Konzeption und die in ihr festgehaltenen Ziele und Maßnahmen regelmäßig im Abstand von drei Jahren überprüft werden. lm gleichen Abstand wird auf Gemeindeversammlungen über den gegenwärtigen Stand der Konzeption berichtet und die anwesenden Gemeindemitglieder werden zur Mitarbeit aufgerufen.

Die Gemeindekonzeption wird dann jeweils überarbeitet und schriftlich fixiert.

Diese überarbeitete Gemeindekonzeption wurde im Juli 2019 vom Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm beschlossen.